Chronik des Musikvereins e.V. Hochhausen
Die historisch belegte Gründung des Musikvereins Hochhausen fand m 6.
Dezember 1874 statt (siehe nachstehende Urkunde). Damals gründeten 14
Mitglieder einen Verein zur „Pflege der Musik und des Gesanges“.
Vorsitzender wurde Johann Geier und als
Dirigent fungierte Franz Rößler.
Gleichwohl gibt es bereits im Jahr 1865 Hinweise darauf, dass es eine „hiesige
Musik“ im Rahmen von Feierlichkeiten gab und diese
auch einen jährlichen
Zuschuss aus der Gemeindekasse erhielt.
In der Presse wird fortan immer wieder von
Auftritten der Hochhäuser Musikkapelle berichtet: beispielsweise über die
Fahnenweihe des Militärvereins (1876) sowie die des Turnvereins (1877),
dem
25-jährigen Regentenjubiläum des Großherzogs (1877), Kaisergeburtstage (1892 und
1895), dem Bischofsjubiläum von Papst Leo XIII (1893) oder der Einweihung eines
Kriegerdenkmals (1895).
Bei der 25-jährigen Erinnerungsfeier zur
Kaiser-Proklamation im Gasthaus „Zum Ross“ im Jahre 1896 ist sogar von der „gut
geschulten Musikkapelle“ die Rede.
Im Jahr 1923 waren gleichzeitig alle sechs
Hochhäuser Gasthäuser geschlossen, weshalb der Musikverein kurzerhand die Kerwe
selbst organisierte.
Gemeinsame Kapelle von Hochhausen
und Werbach (um 1920)
Der I. Weltkrieg
und die schweren Zeiten danach gingen am Musikverein
nicht spurlos vorüber. Schon 1920 zeigte man sich flexibel und kooperierte mit
Musikern aus Werbach,
doch auch das konnte die sukzessive Auflösung der
Seniorenkapelle nicht verhindern.
Im Spätjahr 1925
haben sich wiederum 14 junge Leute zusammengeschlossen, um eine neue
Musikkapelle zu gründen. Musikalischer Leiter wurde der Eisenbahnobersekretär
a.
D. Alois Fehrer, ein gebürtiger Hochhäuser. Er gehörte zwölf Jahre lang der
Militärmusik in Karlsruhe an.
Die Gemeinde Hochhausen unterstützte die neue
Kapelle finanziell bei der Anschaffung von Instrumenten und stellte das
Probelokal zur Verfügung.
Folgende Zeilen aus einem Presseartikel vom September
1925:
„Es ist bei
dieser Gelegenheit betont, dass die alte Musikkapelle der ganzen Gegend als
tüchtige Kapelle bekannt war, und dass sie in Hochhausen in Kirche und Gemeinde
sehr viel geleistet hat,
wofür ihr die Einwohner zu Dank verpflichtet sind.
Nicht in Konkurrenz mit der alten Musik will die junge Kapelle treten; ihre
Gründung erfolgte deshalb, weil die alte Kapelle bis auf
6 oder 7 Mann
zusammengeschmolzen ist und auch unter dieser sich schon ältere Herren befinden.
Es wäre zu bedauerlich, wenn mit der Zeit hier wegen Mangel an jungen Kräften
keine Musikkapelle mehr bestehen würde.“
Die im Spätjahr 1925 gegründete Kapelle an
Ostern 1926
Besonders beeindruckend ist, wie sich der Verein immer wieder neu
erfunden hat. Ein bedeutendes Beispiel dafür ist das Jahr 1926, als der damalige
Bürgermeister
Emil Schäfer eine Jugendmusikkapelle gründete. Es war ein mutiger
Schritt, doch mit dem II. Weltkrieg und der Einberufung von immer mehr Musikern
kam das Musizieren zum Erliegen.
Nach dem Krieg, im
Jahr 1946, erlebte der Verein seine Wiederbelebung. Die Leitung übernahm
zunächst Albin Klebes,1949 dann Gustav Hobler und 1971 Hans Tokatsch.
Die Kapelle beim Feuerwehrfest
1957
Doch es dauerte bis 1975, als Erwin Reitlinger und Josef Ditzenbach eine
wahre Renaissance des Vereins in die Wege leiteten. Ihr Engagement, von Haus zu
Haus zu gehen
und für den Blockflötenunterricht zu werben, legte den Grundstein
für die Neugründung des Musikvereins. Der Erfolg war beeindruckend:
43 Kinder
und Jugendliche begannen mit der musikalischen Ausbildung unter der Leitung von
Felix Epp und bald darauf wurden die ersten Blasmusikinstrumente angeschafft.
Inzwischen war klar geworden, dass sich auch in
der Organisation etwas ändern musste. Die Wahl ergab folgendes Ergebnis:
Erster Vorsitzender
Erwin Reitlinger
Zweiter Vorsitzender und
stellv. Dirigent der neuen Kapelle
Hans Tokatsch
Schriftführer
Berthold Wöppel
Kassenwart
Walter Mayer
Dirigent der alten Kapelle
Norbert Bausback
Dirigent der neuen
Kapelle
Anton Zeller
Ihren ersten
Auftritt hatten die Jungmusikerinnen und -musiker bei der Generalversammlung der
Musik- und Feuerwehrkapelle am 4. November 1976 im Konradsaal.
Vom 25. bis
27. Mai 1978 feierte die Musik- und Feuerwehrkapelle ihr 50-jähriges
Jubiläumsfest.Die alte Kapelle wurde verabschiedet und die neue trat erstmals in den
Vordergrund.
Die Musikschule
Hochhausen hatte 1980 über 70 Jugendliche in Ausbildung.
Der 1978
gegründete Musikverein (die Vorstandschaft gab es eigentlich schon seit 1976)
wurde zu einem wichtigen Kulturträger.
Exemplarisch sind hier ab 1980 Prunksitzungen, Straßenfeste,
Theaterveranstaltungen, Frühlings-, Muttertags-, Adventskonzerte, die nicht nur
musikalische Höhepunkte waren,
sondern auch die Gemeinschaft stärkten, zu
nennen. Besonderen Zuspruch finden die ab 1993 im Grünauer Hof veranstalteten
Serenaden.
Viele Ausflüge
standen ebenfalls auf dem Programm der Jugendmusikkapelle: fünfmal fuhr die
Kapelle nach Berlin, zweimal nach Hamburg
und Vitry (der franz. Partnerstadt von
Tauberbischofsheim). 1998 ging die Reise sogar nach Kanada.
Die Kapelle im Jahre 1987
1981 nahm die
Jugendkapelle am Bundesmusikfest in Villingen-Schwenningen teil und wirkte bei
den Aufnahmen einer Sendefolge des Süddeutschen Rundfunks über Hochhausen mit.
In Berlin wurde
beim damaligen Oberbürgermeister Richard von Weizsäcker aufgespielt.
Im Dezember 1984 war die Kapelle auf die Hardthöhe zu Verteidigungsminister Manfred Wörner und ins Kanzleramt zu Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl eingeladen.
Zweimal durfte der
Verein Empfänge von Ministerpräsident Erwin Teufel im Tauberbischofsheimer
Rathaussaal musikalisch begleiten.
2009 nahmen die
Musikerinnen und Musiker beim Wettbewerb für Unterhaltungsmusik des
Blasmusikverbandes Odenwald-Bauland
in der Kategorie Oberstufe in Boxberg mit
sehr gutem Erfolg teil.
Förderung kultureller Veranstaltungen in Hochhausen
·
Straßenfeste
(1980 - 2016)
·
Prunksitzungen
(1980 - 2019)
·
Jahreskonzerte im
Advent (seit 1980), darüber hinaus Frühjahrs- und Muttertagskonzerte
· Heringsessen (1981 - 1996)
·
Serenaden im
Grünauer Hof (seit 1993)
·
Theateraufführungen des „Hochhäuser Dorftheaters“ (erstmals 2020)
Vorsitzende seit der letzten Vereinsgründung
1976 - 1982:
Erwin Reitlinger
1982 - 1987:
Irmgard Zeller
1987 - 1988:
Thomas Ditzenbach, Karl-Heinz
Bach, Gernot Kuhn
1988 - 1990
Thomas Ditzenbach, Karl-Heinz
Bach, Roland Schmauser
1990 - 1991
Thomas Ditzenbach, Günter
Beier
1987 - 2014
Thomas Ditzenbach
2014 - 2024
Wendelin Bundschuh
seit
2024
Karl Bundschuh, Bertram Horn,
Bertram Teller
Dirigenten seit der Neugründung 1925
1925 - 1939(?)
Alois Fehrer
1946 - 1949
Albin Klebes
1949 - 1971
Gustav Hobler
1971 - 1976
Hans Tokatsch
1976 - 1978
Norbert Bausback (alte
Kapelle)
1976
Herr Bunzel (neue Kapelle)
1977 - 1988
Anton Zeller
1988 – 1989
Thomas Ditzenbach (seit 1989
stellv. Dirigent)
1990
Manfred Kaufmann
1991
Hans-Peter Scheifele
1992 - 1993
Hans Simonis
1994 - 1995
Thomas Ditzenbach
1995 - 1996
Ralf Tochtermann
1997 - 2005
Thomas Ruffing
2006 - 2018
Bernd Eckert
Mitgliederentwicklung
1998
171 Mitglieder - davon 28
aktive Musiker, 143 passive Mitglieder
2010
196 Mitglieder - davon 34
aktive Musiker, 162 passive Mitglieder
2024
149 Mitglieder - davon 28
aktive Musiker, 121 passive Mitglieder
(Erstellt von Ralf Knüttel im Oktober 2024)